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04. März 08

Notfall Mimma und Monty

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Mimma und Monty verlieren in Kürze Ihr Zuhause, weil ihr Mensch umzieht und sie nicht mitnehmen will.

Sie sind sind elf und zwölf Jahre alt, reine Wohnungskatzen und waren ihr ganzes Leben lang zusammen. Bei Montys Wurf hatte die Mutter wegen Hormonstörungen ab der dritten Woche keine Milch mehr, weswegen Monty teilweise mit der Flasche groß gezogen wurde und sehr früh zu ihrer großen Schwester gekommen ist.
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Die beiden verstehen sich daher sehr gut und liegen sehr viel zusammen. Mimma ist die Chefin und Dame, Monty ist meistens die Hilfspolizistin. Monty ist neugierig und geht auch auf fremde Menschen zu. Mimma wartet lieber erst Montys Bericht ab. Wie alle Katzen lieben sie Kartons. Monty liebt ausserdem ihre Spielzeugmaus und Tempo-Packungen, während Mimma lieber mit ihrer gelben Wollsocke schmust. Gerne verbringen sie Zeit in der Nähe ihrer Menschen, brauchen aber keine Versorgung rund um die Uhr und können gut allein sein.
Beide sind reine Wohnungskatzen, geimpft, gechipt und stubenrein.

Wer Interesse (auch als Pflegestelle) hat, meldet sich bitte unter mueller@vierpfotenprofis.de Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können

29. Februar 08

Frauen mit Hund wirken positiver

Zweimal die gleiche Frau: einmal mit Hund, einmal ohne. Was glauben Sie, welche sympathischer, netter, anziehender wirkt? Richtig, die mit Hund. Das ergab eine Studie zweier Wissenschaftler vom Institut für Psychologie der Uni Bonn und von der Evangelischen FH Freiburg. Probanden, die an einer entspechenden Studie teilnahmen, kamen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Und außerdem befanden sie, dass Frauen mit Hund mehr Geduld, Selbstdisziplin und Familiensinn hätten. Tja, was schließen wir daraus? Dass wir dringend eine Katzenstudie brauchen.

28. Februar 08

Hewmingways Katzen, Teil zwei

"Unsere Katzen heißen eben nicht nur besonders, sie sind auch etwa Besonderes", lächelt Greg, einer der Führer, die die Besucher aus aller Welt durch das Museum begleiten. Getreu an seinen Fersen klebt Audrey Hepburn, ein hübsche dreifarbige Katze - "obwohl die doch meine Geschichten schon alle auswendig kennt", scherzt Greg, der immer mit Katzenleckerchen ausgerüstet ist.

Hier, in der Whiteheadstreet, in einem Haus im spanischen Kolonialstil, hat der Schriftsteller und passionierte Jäger Hemingway von 1931 bis 1940 mit seiner zweiten Frau Pauline einige Jahre gelebt. Und hier dürfen nur die Katzen, was sonst streng verboten ist: Auf den historischen Möbeln aus dem 18. Jahrhundert herumtollen. Oder aus der ebenfalls geschichtsträchtigen Katzentränke im Garten trinken, die eigentlich in der Herrentoilette in Sloppy Joe's Bar hing. Hemingway nahm sie nach einer Renovierung einfach mit und stellte sie im eigenen Garten auf. Zum Missvergnügen seiner Frau Pauline, die das "Ding" mit Verzierungen zu tarnen versuchte.

Bei Sloppy Joe's soll Hemingway, so erzählt es jedenfalls Greg, von einem Kapitän auch jener Kater Snowshoe geschenkt worden sein. Der wurde zum Stammvater jener Dynastie, die es sich heute noch im Garten des Hauses und den Nachbaranwesen gut gehen lässt. Die Verwandtschaft ist unübersehbar, denn Snowshoe hatte eine Anomalie, die viele seiner Nachkommen noch heute aufweisen: Polydaktylie.

Zeig mir Deine Zehen und ich sage Dir, wer Dein Opa war

Ivan zum Beispiel, der cremefarbene Kater, hat sie ebenso, wie Simone de Beauvoir: die sechste Zehe an den Vorderpfoten. Das lässt die Tiere fast aussehen, als ob sie einen Boxhandschuh tragen würden. Es behindert sie aber nicht und verursacht keine Schmerzen. In Europa kommt die Polydaktylie kaum vor. Dafür aber in den USA gehäuft in manchen Regionen und dann vor allem bei Maine Coons.
Wieso das so ist, lässt sich nur vermuten: wahrscheinlich wurde diese Auffälligkeit von Katzen vererbt, die auf Handelsschiffen lebten und an der Ostküste Amerikas an Land gingen. Nicht bei allen Hemingway-Katzen tritt diese Anomalie auf - vermutlich auch dank der Beteiligung der Nachbarkatzen am Bestand. "Wir kastrieren ja auch einen großen Teil der Tiere, damit es nicht zu viele werden", sagt Greg. Und natürlich werden Snowshoes Enkel und Urenkel gefüttert, tierärztlich versorgt und gepflegt.

Vor allem aber geliebt: noch über ihr irdisches Dasein hinaus. Mitten im Garten, an einem schönen schattigen Plätzchen, ist der Katzenfriedhof mit Gedenksteinen für die Ehemaligen. Marilyn Monroe und Erroll Flynn liegen hier, ebenso wie viele andere pelzige Bewohner. An sie erinnern auch Bilder im Haus.

Denn mitten zwischen den vielen Fotos von Hemingway auf Reisen oder in Siegerpositur bei Großwildsafaris hängen auch Gemälde der heimlichen vierpfotigen und sechszehigen Herrscher. Wer hier wirklich das Regiment führt, wird schnell klar: Unter einem der Fotos von "Papa" mit der Flinte über der Schulter und dem Fuß auf einem erlegten Büffel thront Sofia Loren auf einem Polstersessel - völlig ungerührt von so viel kriegerischem Gehabe. "Ich glaube, manche Besucher kommen auch eher wegen der Katzen hierher, als wegen Hemingway", lacht Greg, während ihm Audrey Hepburn gewohnt elegant um die Beine streicht.

INFO

Mehr Informationen über Florida:

27. Februar 08

Hemingways Katzen, Teil eins

Ernest Hemingway posierte vor der Kamera gerne als Macho und Großwildjäger. Aber er liebte Samtpfoten.

Nachmittags gegen 14 Uhr begibt sich Archibald MacLeish gemessenen Schrittes auf seinen bevorzugten Ruheplatz. Und dort stört ihn nichts und niemand. Auch nicht das penetrante Blitzen aus der Kamera der Touristin mit dem rosa Cowboyhut. Sein Ruheplatz ist "heilig", denn dorthin darf niemand hin - außer ihm.

Schließlich liegt der große rote Kater auf dem antiken spanischen Bett von "Papa", wie der Schriftsteller Ernest Hemingway von Freunden einst genannt wurde. Archie ist nicht allein: In Hemingways ehemaligem Haus und heutigem Museum in Key West, Florida, leben im Haus und im tropischen Garten auf leisen Sohlen noch 60 andere Katzen.

Sie haben hier ein Refugium gefunden, das Ihnen allein gehört. Nicht einer der zahlreichen Besucher, die jeden Tag vor der Pforte zum Haus Schlange stehen, würde es wagen, die Samtpfoten zu belästigen. Im Gegenteil, sie werden bewundert, gestreichelt, verwöhnt und fotografiert. Und sie ertragen es mit der eigenen kätzischen Gleichmut.

Auf der zierlichen Gartenbank unter üppig wucherndem Grün ruht zum Beispiel gerade divenhaft, wie es sich gehört, Joan Crawford. Dagegen lugt Princess six toes um die Ecke hinter der Treppe, wo es hinaufgeht in das Allerheiligste: Hemingways Arbeitszimmer. Hier tippte der Schriftsteller einige der Manuskripte für seine großen Romane, etwa "Wem die Stunde schlägt", oder "Haben und Nichthaben", das in Key West spielt.

Das Hemingway Home & Museum hat 365 Tage im Jahr geöffnet, immer von neun Uhr morgens bis 17 Uhr abends. Es liegt in der Whitehead Street 907, Key West Florida.

25. Februar 08

Pro und Contra Sprühhalsbänder

Köpfchen statt Knöpfchen....(mit Genehmigung der Autorin veröffentlichen wir diesen Beitrag) 

..das gilt auch für die viel gepriesenen Sprühhalsbänder, die in verschiedenen Ausführungen den Markt erobert haben. Spätestens seit uns Hundenanny Katja Geb-Mann allwöchentlich im deutschen Fernsehen vorführt, wie jeder Hund, ganz gleich welches Problem er seinen Haltern vermeintlich oder tatsächlich bereitet, mit Einsatz einer Fernbedienung in das Verhalten gepresst werden kann, das Herrchen oder Frauchen beliebt, finden die Halsbänder, die einen angeblich völlig harmlosen Spraystoß von sich geben, steigenden Absatz.

Doch schon der gesunde Menschenverstand lässt einen aufhorchen, wenn Hersteller und Anwender behaupten, dass der jederzeit auszulösende Sprühstoß für den Hund „gar nicht schlimm“ sei. Da fragt man sich doch selbst nach nur kurzem Nachdenken, wie es denn möglich sein soll, instinktive, genetisch fixierte Verhaltensweisen wie zum Beispiel das Jagdverhalten durch etwas zu unterdrücken, das dem Hund gar nichts ausmacht?! Dem Hundehalter wird generös angeboten, das Gerät doch selbst mal in die Hand zu nehmen oder um den Hals zu legen, während der Trainer den Auslöser betätigt... und tatsächlich, so schlimm war das doch gar nicht. Ein kurzes „Zischhhh“ mit etwas feucht-kalter Luft. „Ja“, bestätigt der überzeugte Hundehalter, „das war gar nicht schlimm.“ Was Hersteller und Trainer jedoch geflissentlich verschweigen (aus Unwissenheit oder in betrügerischer Absicht?!), ist die Tatsache, dass plötzlich auftretende, nicht eindeutig zuzuordnende Zischlaute beim Hund als Angst auslösende, sogar lebensbedrohliche Laute abgespeichert sind, bei denen sofort die Flucht ergriffen werden muss. Jeder kennt den Anblick eines Hundes, der sich selbst im Körbchen `zig mal um die eigene Achse dreht, bevor er sich schließlich gemütlich niederlegt. Es handelt sich bei dieser Verhaltensweise um ein Erbe aus den Zeiten, in denen der Hund noch weitgehend draußen in Freiheit lebte. Bevor er sich hinlegte, drehte er sich mehrfach im Gras oder Laub, um die ausgesuchte Liegestelle als ungefährlich abzusichern. Sollte beim Drehen ein Zischlaut (zum Beispiel von einer Schlange) zu hören sein, würde er sich durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Biologisch sinnvoll... und diesen genetisch fixierten, Angst auslösenden Zischlaut bringen wir Menschen nun in den unmittelbaren Kopfbereich des Hundes! Und drücken vielleicht gleich mehrfach das Auslöseknöpfchen, worauf der Hund ganz leicht nicht nur in Angst, sondern sogar in Panik versetzt werden kann – ohne die Möglichkeit, sich durch die Flucht zur retten!

Eigentlich ist dieser Umstand allein schon Grund genug, niemals zu erlauben, dass einem uns anvertrauten Lebewesen ein solches Gerät angetan (im wahrsten Sinne des Wortes!) wird. Es gibt aber noch mehr Probleme:
Der Hund weiß nie, wann und vor allem warum der Sprühstop ausgelöst wird, befindet sich also in ständiger Erwartungsunsicherheit. Wer wissen möchte, wie sich das anfühlt, dem empfehle ich folgendes Eigenexperiment, das nicht in Anwesenheit eines Hundes durchgeführt werden sollte, damit dieser nicht unnötig verunsichert wird: Bitten Sie ein Familienmitglied oder einen Freund, Sie wirklich stark zu erschrecken, zum Beispiel durch einen lauten Schrei oder dadurch, dass er plötzlich die Stereoanlage zu voller Lautstärke aufdreht oder zwei Töpfe aufeinander schlägt, wenn Sie gerade überhaupt nicht damit rechnen, sich zum Beispiel entspannt im Sessel zurücklehnen oder gerade mit Freunden Karten spielen. Das Experiment sollte mindestens mehrere Stunden, am besten ein oder zwei Tage dauern und der Schreckreiz sollte in dieser Zeit mehrfach ausgelöst werden – ohne dass Sie wissen, wann dies sein wird. Sie werden merken, dass der eigentliche Reiz, wenn er dann endlich auftritt, bei weitem nicht so schlimm zu ertragen ist, wie die zermürbende Warterei auf ihn. Obwohl man ihn fürchtet, wünscht man ihn schon beinahe herbei in der Hoffnung, dann wieder eine Weile Ruhe zu haben, was aber nicht so ist, da er kurz nach dem Auftreten ein zweites oder drittes Mal ausgelöst wird und dann wieder stundenlang gar nicht, ganz wie es Ihrem Helfer beliebt. Keine angenehme Vorstellung, nicht wahr?!

Aber es gibt noch weitere Probleme. Gleich mehrere ergeben sich aus der Tatsache, dass Hunde über gedankliche Verknüpfung lernen. Trägt der Hund das Halsband und erhält den Sprühstoß, wenn er zum Beispiel auf mehrfachen Zuruf nicht kommt, so möchte der Mensch ihm damit zeigen, dass er dafür mit Schreckreiz bestraft wird, dass er ungehorsam ist. Es kann aber gut sein, dass er in genau diesem Moment zu einem kleinen Kind, einem Jogger oder einem anderen Hund schaut – und den Strafreiz damit verbindet. Das Ergebnis ist dann ein Hund, der noch immer nicht besser auf Abruf reagiert, dafür aber Ängste, evtl. sogar durch die Angst ausgelöste Aggressionen, gegen das entwickelt, was er gerade sah. Die Hundehalter sind dann ratlos, weil ihr Hund „plötzlich“ kleine Kinder meidet oder Jogger anknurrt, mit denen er doch bisher bestens auskam. Viele solcher Beispiele finden sich in meiner Hundeschule ein, erst kürzlich ein Rodesian Ridgeback Rüde, dessen Sprühhalsband immer ausgelöst wurde, wenn er zum Wildern durchbrennen wollte. Bei diesen Spaziergängen war allerdings auch immer seine Gefährtin, der Zweithund der Familie, anwesend. Die Halter kamen nun nicht wegen des unerwünschten Jagdverhaltens zu mir in die Hundeschule, mit dem sie sich inzwischen abgefunden hatten, sondern weil der Rüde seit Wochen die Nähe der Hündin mied. Immer wenn diese den Raum betrat oder sich, so wie früher, zu ihm kuscheln wollte, verließ er mit ängstlichem Gesichtsausdruck das Zimmer und das konnte man sich nicht erklären... Was hatte man diesen beiden Hunden angetan! Welche Gefühle wurden in den Tieren ausgelöst?! Der Rüde hatte nun Angst vor seiner Gefährtin, die er früher heiß und innig liebte, während diese nicht verstehen konnte, weshalb er, der vorher immer leidenschaftlich mit ihr spielte und tobte, sie jetzt mied. Die gleiche Trainerin, die den Einsatz des Sprühhalsbandes empfohlen hatte, empfahl jetzt übrigens, einen der Hunde abzugeben, weil die Tiere sich unterschiedlich entwickelt hätten und einfach nicht mehr gut zueinander passen würden. Die Ängste des Rüden erklärte sie über die angeblich dominante Ausstrahlung der Hündin. Man könnte weinen, wenn Hunden mit einem solchen Schicksal gegenüber steht – oder es packt einen einfach nur die Wut.

Die Probleme gehen noch weiter, denn nichts generalisiert sich bei Hunden so schnell, wie Geräuschangst. Nicht nur dieser Rüde, sondern auch zahlreiche andere Hunde entwickeln nach Einsatz des Sprühhalsbandes Ängste vor allen möglichen Geräuschen. Das Öffnen einer kohlsäurehaltigen Getränkeflasche, das Zischen von heißem Fett in der Pfanne, Knall- und Schussgeräusche, die dem Hund vorher egal waren, versetzen ihn jetzt in Angst und Schrecken. Der oben erwähnte Ridgeback Rüde zum Beispiel verzog sich mit eingezogener Rute unter den Tisch des Besprechungsraums, als ich eine Wasserflasche öffnete. Dies tat ich nicht, weil ich Durst hatte – trauriger Weise gehört es inzwischen schon fast zum Standardprogramm beim ersten Kennenlernen und Analysieren eines mir vorgestellten Hundes auszutesten, ob er schon mit Sprühhalsband gearbeitet wurde und welche Wunden dies an seiner Seele hinterlassen hat. Die Halterin war auch sehr erstaunt, als ich ihr nach dem „Flaschentest“ auf den Kopf zusagte, dass an ihrem Hund sicher schon mit Sprühhalsband gearbeitet worden war. Das wollte sie mir eigentlich gar nicht erzählen, weil sie schon gehört hatte, dass ich gegen den Einsatz dieser Geräte bin. Nachdem ich sie auf die Reaktion ihres Hundes hingewiesen hatte, war sie sehr betroffen. Und wütend, nachdem ich ihr erklärte, weshalb ihr Rüde jetzt Angst vor der Hündin und vor allen möglichen Geräuschen hatte. Wütend auf die Trainerin, die sie auf diese „unerwünschten Nebenwirkungen“ nicht aufmerksam gemacht, sondern immer erklärt hatte, wie harmlos der Einsatz des Gerätes sei. Für mich stellt sich die Frage, ob Kollegen, die es einsetzen, um diese Nebenwirkungen nicht wissen, oder ob sie diese bewusst verschweigen, weil kaum jemand bereit wäre, den Einsatz zu erlauben, wenn sie bekannt wären. Und ich stelle mir die Frage, was von beiden eigentlich schlimmer ist...

Last not least gibt es Probleme mit der Technik. Es soll schon vorgekommen sein, dass das Gerät durch andere Funkfrequenzen oder sogar die Fernbedienung eines in der Nähe befindlichen Halsbandes an einem anderen Hund ausgelöst wurde. Der Strafreiz wird dann also einem Hund verabreicht, der einfach nur herumsteht oder gerade spielt oder sonst etwas tut. Das steigert die Erwartungsunsicherheit natürlich noch mehr und erhöht die Trefferquote auf Fehlverknüpfungen immens. Zusätzlich löst es nicht immer zuverlässig aus, kann zum Beispiel durch Wetterlagen mit feuchter Luft (Nebel, Regen) verzögert oder gar nicht reagieren. Schließlich zeigt es auch nicht an, wann die Batterie leer ist, wodurch es passieren kann, dass der Auslöser gedrückt wird und nichts geschieht. Dann käme man durch das Ausbleiben des Strafreizes (wenn der Hund denn überhaupt verstanden hätte, wofür er eigentlich bestraft werden soll) in den Bereich der variablen Bestätigung, was das unerwünschte Verhalten sogar noch verstärkt. Der Hund würde nämlich lernen, dass er das Verhalten nur immer wieder zeigen muss, bis er schließlich wieder zum Erfolg (in diesem Fall das Ausbleiben des Strafreizes und die erfolgreiche Durchführung des Verhaltens) kommt.

Man kann es also drehen und wenden, wie man will: Sprühhalsbänder sind ganz und gar nicht harmlos, im Gegenteil sogar sehr gefährlich. Manche Hunde werden durch sie so verunsichert, dass sie in die so genannte erlernte Hilflosigkeit fallen, was zur Folge hat, dass sie kaum noch Aktionen zeigen oder Handlungen anbieten, weil sie in ständiger Angst vor dem für sie unkalkulierbaren Strafreiz leben. Um diesen Tieren – und ihren verzweifelten Haltern – zu helfen, braucht es ein meist lang angelegtes, gut durchdachtes Training, das den Hund aus dieser erlernten Hilflosigkeit und seinen vielfältigen Ängsten wieder herausholt.

Sprühhalsbänder gaukeln dem Hundehalter vor, mal eben schnell per Fernbedienung eine Lösung für vermeintliche oder tatsächlich entstandene Probleme zu haben. Aber so einfach ist das nicht. Hunde sind uns anvertraute, fühlende und denkende Lebewesen, die nicht beliebig manipulierbar sind und deren Lernverhalten sich von dem unseren ganz erheblich unterscheidet. Ich kann deshalb nur dringend empfehlen, jeden Ausrüstungsgegenstand und jede Methode, der/ die durch Hersteller oder Trainer empfohlen wird, vor Anwendung am Hund genau zu prüfen, sich gut zu informieren und im Zweifelsfall nach dem guten alten Motto zu entscheiden, das auch für unsere Hunde gelten sollte: Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

© Clarissa v. Reinhardt
animal learn

20. Februar 08

Hundemalaria: Babesiose

Kaum wird es daraußen wärmer, treffen auch schon wieder die ersten Warnungen vor Zecken ein. Vor allem die braune Auwaldzecke wird immer mehr zu einer ernst zu nehmenden Gefahr, denn sie überträgt die Babesiose, die Hundemalaria. Früh genug erkannt, läßt sich die Krankheit noch gut behandeln.

Symptome sind: Mattigkeit, Lethargie bis Apathie, Appetitlosigkeit, hohes Fieber, blasse bis gelbliche Schleimhäute sowie dunkelrot bis grünbraun verfärbter Urin bis hin zu Bewegungsstörungen. Wer solche Symptome bei seinem Hund feststellt, sollte schleunigst den Tierarzt aufsuchen.

13. Februar 08

Tiercommunities im Web auf dem Vormarsch

Tiwewelt

Tierbesitzer sind kommunikative Menschen, so scheint es. Sie teilen gerne sich und Ihre Meinung über Ihre Tiere mit und raten einander bei großen und kleinen Wehwehchen. Davon profitiert auch "Deine-Tierwelt.de" mit rund drei Millionen Besuchern pro Monat und rund 100.000 aktiven Mitgliedern. Egal ob Vogelspinne, Rassehund oder Rennpferd, auf Deine-Tierwelt.de tummeln sie sich alle – und die kaufkräftige Zielgruppe dazu.

Die Lifestyle-Industrie hat die Tierbesitzer als ideale Zielgruppe entdeckt - immerhin geben sie durchschnittlich 500 Euro für die Anschaffung eines Tieres aus. Denn wenn es um ihr Haustier geht, zeigen sich die Besitzer sehr großzügig. In fast jedem dritten deutschen Haushalt lebt ein tierischer Mitbewohner. Mit 7,8 Millionen stehen Katzen ganz oben auf der Beliebtheits-Skala, gefolgt von Kleintieren und Hunden mit jeweils rund sechs Millionen Exemplaren. Der Markt für Tierzubehör ist dementsprechend groß. Das meiste Geld wird für Futter ausgegeben, beliebt sind aber auch tierische Accessoires oder Kleidungstücke.
Im Rahmen des neuen Premiumprogramms erhalten die Mitglieder von Deine-Tierwelt.de Aktivitätspunkte, wenn sie beispielsweise einen Freund für Deine-Tierwelt werben, den Newsletter abonnieren oder eine neue Gruppe anlegen. Mit diesen sogenannten „Coconuts“ (benannt nach dem Papageien Coco, der als Sprecher von Deine-Tierwelt.de fungiert) erhalten sie auf Deine-Tierwelt.de Gutscheine, die von den Premium-Partnern zur Verfügung gestellt werden. Deine-Tierwelt-Mitglieder profitieren zudem von saisonalen Specials oder Rabattaktionen der Premium-Partner.

Die werbenden Premium-Partner werden den rund 100.000 aktiven Mitgliedern regelmäßig im Newsletter vorgestellt und im Wechsel auf der Tierwelt-Startseite präsentiert. Zudem erhalten alle Premium-Partner einen hervorgehobenen Eintrag im Tier-Branchenbuch.

09. Februar 08

Buchtipp: Das Lächeln des Tigers

Natur ist unerbittlich. Es gilt das Gesetz des Fressens und Gefressen werden. Mit einer Ausnahme: Nur der Mensch steht außerhalb der Nahrungskette. Er hat keine natürlichen Feinde außer sich selbst. Das war nicht immer so: Die berühmten "Menschenfresser", ob Krokodile, Löwen, Schlange oder Tiger, machten auch vor dem Menschen nicht halt.

Der Wissenschaftsjournalist David Quammen hat sich in senem Buch "Das Lächeln des Tigers" auf die Spuren der letzten Menschenfresser gemacht. Und das ist alles andere als eine spektakuläre Monstersuche. Sondern eine anspruchsvolle ethologische Betrachtung, die gleichwohl unterhaltsam daher kommt.

Zitat aus einer Kundenrezension bei Amazon: Das neue erneut bei Claasen verlegte, 514 seitige Buch des Wissenschaftsjournalisten aus Montana füllt eine Lücke zwischen Populär- und Wissenschaftsliteratur. Ausgehend von einem bewegenden Abgesang auf einige Gipfelräuber in all ihrer Anmut und Stärke, Pracht und Erbarmungslosigkeit, ohne die die Welt ärmer wäre, verbindet es in einzigartiger Weise Natur- und Kulturgeschichte.

    

27. Januar 08

TV-Tipp: Tiger in Sibirien

3sat, Mittwoch, 30.01., Magazin/Tier/Natur/Umwelt 16:30 - 17:15 Uhr

Noch immer wird um das Überleben eines der größten und schönsten Tiere dieser Erde gekämpft: der sibirische Tiger ist vom Aussterben bedroht. Er erreicht eine Länge von etwa drei Metern und ein Gewicht von über 300 Kilogramm. Sein einziger Feind ist der Mensch. Drei der acht Tiger-Unterarten sind bereits aus dem angeschlagenen Öko-System der Erde verschwunden. Die Art "Panthera tigris altaica", bekannt als Sibirischer Tiger, war Mitte des vorigen Jahrhunderts ebenfalls schon fast ausgerottet.

Nicht nur wegen ihres Fells werden die heimlichen Herrscher des Dschungels gejagt. Fast jedes Körperteil des mächtigen Raubtiers lässt sich auf dem asiatischen Markt zu horrenden Preisen als begehrte Zutat für Heilmittel verkaufen. Noch bedrohlicher als Wilderer ist die Vernichtung des natürlichen Lebensraums für den Fortbestand der Art.

Täglich fallen riesige Flächen Wald kurzfristigem Profitdenken zum Opfer. Seit geraumer Zeit versuchen engagierte Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit zahlreichen Wildhütern, das Überleben der in Freiheit lebenden Großkatzen zu sichern. Eine Zählung der Sibirischen Tiger aus dem Winter 2004 lässt Hoffnung aufkommen: Immerhin ist ihre Anzahl mit etwa 400 bis 500 Exemplaren in den vergangenen Jahren stabil geblieben.

Die über 1.000 Biologen und Wildhüter, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das seltene Tier zu schützen, sehen darin eine Bestätigung ihrer schwierigen Arbeit. Der Sibirische Tiger wurde zum Symbol für einen umfassenden Schutz des Lebensraums.

Der Film begibt sich auf die Fährte des Sibirischen Tigers und zeigt Wege, wie der Sibirische Tiger vor dem Aussterben gerettet werden kann.

23. Januar 08

Altkleidersammlung und Haustierdiebstahl

Immer wieder werden im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Katzen Altkleidersammlungen angeführt, die von seltsamen Hilfsorganisationen mit klingenden Namen durchgeführt werden. Ein Zusammenhang ist schwer zu beweisen.

Im Moment macht in NRW eine Organisation namens "Genesis - freies evangelisches Missionswerk" auf sich aufmerksam.

Bei meinem Anruf unter der angegeben Handynummer meldete sich eine Dame mit stark osteuropäischem Akzent und erzählte mir, die Kleider, die noch zu verwenden seien, würden an arme Menschen in Osteuropa, vor allem in Rumänien gespendet. Was mit dem Rest passierte, wollte sie nicht verraten.

Sicher ist: Unter der angegeben URL www.genesis.de verbirgt sich die Seite einer Firma für Filtertechnik.

Genesis tourt seit geraumer Zeit landauf landab durch NRW und sammelt Altkleider. Wohin die gesammelten Dinge gehen, bleibt im Dunkeln.

Eine Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche ist unklar. Interessant im dem Zusammenhang ein Artikel in der WAZ indem sich der Pfarrer einer Kirchengeminde von GENESIS distanziert und auf das fehlende Spendensiegel hinweist. Übrigens wurde ihm als Spendenland "Jordanien" genannt.

Fazit: Ob nun Haustierdiebstahl oder Geschäftemacherei - Vorsicht ist allemal geboten.
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